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Gastronomie & Hotellerie

Gastgewerbe-KV ab Oktober 2026: neue Tabellen, bis zu 275 Euro extra – und die Stolperfallen

Beitrag: 24.10.2026

Illustration: Hotel & Gastro: Oktober-Plus

Die offiziellen Oktober-Tabellen sind online. Was die Erhöhung um durchschnittlich rund 3 Prozent tatsächlich bedeutet, wann die Einmalzahlung gekürzt wird und worauf es in der Lohnverrechnung ankommt.

Wirksamkeit: Neue Mindestlöhne, Mindestgehälter und Lehrlingseinkommen ab 01.10.2026. Einmalzahlung bei erfüllten Voraussetzungen bis spätestens 31.12.2026. Geprüft am 24.10.2026.

In Küche, Service und Rezeption ist ohnehin genug los. Die Oktober-Abrechnung braucht deshalb eine klare Grundlage: Die WKO hat die neuen Lohn- und Gehaltstabellen für Gastronomie und Hotellerie veröffentlicht. Sie gelten seit 1. Oktober 2026. Der Rahmen-KV ab November 2024 bleibt daneben maßgeblich; neue Entgelttabellen bedeuten keinen vollständig neuen Rahmenvertrag.

Rund 3 Prozent sind keine Formel für jede Zeile

Laut WKO steigen die Mindestentgelte im Durchschnitt um rund 3 Prozent, in Gruppe 5 um 3,48 Prozent. Für die Abrechnung zählen die veröffentlichten Tabellenwerte. Ein pauschales „alter Betrag mal 1,03“ kann danebenliegen.

Das Lohn- und Gehaltsabkommen nennt gruppenabhängige Fixbeträge: LG 1: 72 Euro, LG 2: 65 Euro, LG 3: 67 Euro, LG 4: 65 Euro und LG 5: 70,50 Euro. Bei den Angestellten gelten für BG 1 bis 5 dieselben Beträge; für BG 0 sind es 85 Euro. Die richtige Stufe liest du aus der neuen Tabelle ab, statt den Fixbetrag ungeprüft auf jede bisherige Tabellenzelle zu addieren.

Diese Regelung betrifft Mindestentgelte. Eine allgemeine IST-Erhöhung aller tatsächlichen Bezüge um 3 Prozent lässt sich daraus nicht ableiten. Prüfe zusätzlich, was der Arbeitsvertrag oder eine betriebliche Vereinbarung zur Überzahlung zusagt.

Bundesland, Tätigkeit und Stufe zuerst

Bei Arbeiterinnen und Arbeitern gibt es Landeslohnordnungen; für Wien sind Hotellerie und Gastronomie einschließlich Kaffeehäusern getrennt ausgewiesen. Auch innerhalb der Gehaltsordnung für Angestellte unterscheiden sich die regionalen Tabellen. Ein österreichweiter KV bedeutet hier nicht überall denselben Eurobetrag.

Konkretes Beispiel aus der oberösterreichischen Arbeiter-Lohnordnung ab Oktober: In LG 3 beträgt der Monatslohn bis zum fünften Dienstjahr 2.304,00 Euro brutto. Die Gruppe nennt unter anderem Köchinnen und Köche mit passender Ausbildung und Tätigkeit; mehr Verantwortung kann eine andere Gruppe erfordern. LG 5 beginnt bei 2.096,50 Euro, ab dem sechsten Dienstjahr bei 2.148,90 Euro. Hilfskräfte mit mindestens zehn Jahren Branchenerfahrung sind bei LG 4 zu prüfen. Dienstjahre und Branchenerfahrung sind also getrennt anzusehen; für langjährig Beschäftigte gibt es außerdem Übergangsregeln.

Für Lehrlinge weisen die neuen Tabellen monatlich 1.090,00 Euro im ersten, 1.220,00 Euro im zweiten, 1.445,00 Euro im dritten und 1.550,00 Euro im vierten Lehrjahr beziehungsweise in der entsprechenden Doppellehre aus.

Teilzeit: ein nachvollziehbares Beispiel

Der Rahmen-KV nennt 40 Wochenstunden als Vollzeitbasis. Aus dem genannten OÖ-Tabellenlohn von 2.304,00 Euro werden bei proportionaler Umrechnung 1.152,00 Euro für 20 Stunden oder 1.728,00 Euro für 30 Stunden. Das sind berechnete Monatsbruttobeträge ohne zusätzliche Entgeltbestandteile. Sie ersetzen weder die Einstufung noch die Prüfung individueller Überzahlungen. Netto und Dienstgeberkosten werden anschließend aus der passenden Bruttobasis ermittelt.

Die Einmalzahlung ist kein pauschales Geschenk für alle

Das Abkommen sieht bis zu 275 Euro brutto bei aufrechtem Dienstverhältnis am 1. Oktober vor; für Lehrlinge beträgt die Ausgangsbasis 175 Euro. Auszahlung: in einem Betrag bis spätestens 31. Dezember 2026.

Die WKO erläutert die Kürzungen: Überzahlungen aus Mai bis September 2026 werden angerechnet. Teilzeit wird nach dem vertraglichen Arbeitszeitausmaß am Stichtag berücksichtigt; ein Eintritt nach dem 1. Mai sowie Zeiten ohne oder mit reduziertem Entgelt beeinflussen den Betrag ebenfalls. Ein errechneter Anspruch von höchstens 10 Euro entfällt. Geringfügig Beschäftigte sind ausgenommen. Auch der nachgewiesene Verlust einer insgesamt günstigeren Leistung kann den Anspruch ausschließen; die Erklärung dazu muss schriftlich und unverzüglich erfolgen.

Für die 175-Euro-Basis muss das Lehrverhältnis am Stichtag aufrecht sein. Beim Übergang von der Lehre in die Behaltefrist ist laut der beim BMF vorgelegten Regelung eine anteilige Aufteilung vorgesehen. Die vollständigen Voraussetzungen stehen in Abschnitt 3 des Abkommens.

Steuerfrei heißt hier nicht frei von allen Abgaben

Die BMF-Anfragebeantwortung vom 7. Oktober 2026 bestätigt: Die KV-Einmalzahlung kann bei Erfüllung der übrigen Voraussetzungen des § 124b Z 478 lit. f EStG steuerfrei behandelt werden. Entscheidend ist insbesondere die Zusätzlichkeit. Bereits übliche Prämien dafür zu kürzen, schadet der Steuerfreiheit.

Die WKO weist zugleich darauf hin, dass die Mitarbeiterprämie 2026 nicht allgemein abgabenbefreit ist. Lohnsteuerfreiheit darf daher nicht als Freibrief für Sozialversicherung und Lohnnebenkosten verbucht werden. Eine freiwillige Aufstockung über den KV-Anspruch ist ebenfalls nicht automatisch steuerfrei. Vor der Auszahlung den aktuellen Stand der steuerlichen Vorgaben prüfen.

So wird die Oktober-Abrechnung sauber

Prüfe zuerst Geltungsbereich, regionale Tabelle, Gruppe und Stufe. Hinterlege den neuen Mindestwert mit Gültigkeit ab 1. Oktober. Falls bereits mit alten Werten abgerechnet wurde, sind mögliche Differenzen und ihre Korrektur zu prüfen. Die Einmalzahlung braucht eine eigene Berechnung mit dokumentierten Überzahlungen und Beschäftigungszeiten.

Auch Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld verdienen einen Blick: Der Rahmen-KV enthält eigene Bemessungsregeln, unter anderem bei Änderungen der vereinbarten Wochenstunden und für regelmäßig gebührende Nacht- und Fremdsprachenzulagen. Die Einmalzahlung selbst verändert laut Abkommen die Bemessungsgrundlage der Sonderzahlungen nicht.

Mit der geklärten Bruttobasis kannst du auf Lohnmeister.ai Netto und Dienstgeberkosten durchrechnen. Wenn du die laufende Abrechnung abgeben möchtest, unterstützt das Lohnmeister-Lohnbüro. Die Küche darf heiß sein – die Lohnverrechnung sollte einen kühlen Kopf behalten.

Quellen- & Beitragsdatum

Auf KVInfo verfasst: 24.10.2026.

Quelle & weitere Hilfe

WKO · Übersicht und alle regionalen Lohn- und Gehaltstabellen ab Oktober 2026

WKO · Arbeiter-Lohnordnung Oberösterreich: Beispielwerte und Gruppeneinteilung

WKO · Angestellten-Gehaltsordnung: regionale Tabellen und Lehrlingseinkommen

WKO · Voraussetzungen, Kürzungen und Abgabenhinweise zur Einmalzahlung

BMF · Anfragebeantwortung vom 07.10.2026 zur Steuerfreiheit (PDF bei der WKO)

WKO · Rahmen-KV: Arbeitszeit, Einstufung und Sonderzahlungen

WKO · Lohn- und Gehaltsabkommen ab 01.10.2026, einschließlich Einmalzahlung

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